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AWO legt anlässlich Ministerpräsidentenkonferenz neue Berechnungen vor 

Stuttgart, 25.06.2026

Anlässlich der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) neue Berechnungen zu den Folgekosten von Sozialkürzungen vorgelegt. 

Die möglichen Einschränkungen von Leistungen der Jugendhilfe, die auf der Tagesordnung der Länderchefs stehen, gefährden laut dem Verband erhebliche finanziell messbare und darüberhinausgehende gesellschaftliche Mehrwerte. Die Ergebnisse der Untersuchung sind eindeutig: Die rein finanziellen Mehrwerte übersteigen die Kosten kurz- bzw. mittelfristig: bei der Nachbetreuung für junge Erwachsene, die aus den Regelstrukturen der Jugendhilfe ausscheiden, nach gut 2 Jahren. Bei den Hilfen zur Erziehung für unbegleitete minderjährige Ausländer*innen nach 5,5 Jahren. Hinzu kommen weitere gesellschaftliche Mehrwerte, die weniger gut monetarisiert werden können und hier noch nicht berücksichtigt sind.

Dazu erklärt Valerie Nübling, Präsidentin der AWO Württemberg:

"Der finanzielle Druck auf die Kommunen ist auch in Baden‑Württemberg spürbar und wird von uns sehr ernst genommen. Gerade deshalb darf die Diskussion über Einsparungen bei sozialen Leistungen nicht isoliert geführt werden: Wer heute kürzt, verursacht morgen höhere Kosten. Die Analysen unseres AWO Bundesverbandes zeigen deutlich: Investitionen in die Kinder- und Jugendhilfe zahlen sich nicht nur gesellschaftlich, sondern auch finanziell bereits nach wenigen Jahren aus. Die eingesetzten Mittel amortisieren sich schnell – ein Nutzen, der bei allen Überlegungen zu möglichen Einsparungen zwingend berücksichtigt werden muss. Deshalb fordern wir, dass jede geplante Kürzung sozialer Leistungen systematisch auf ihre Folgekosten geprüft wird. So wird deutlich, dass kurzfristige Einsparungen zu vermeiden sind, da diese langfristig zu deutlich höheren Belastungen führen.

Gleichzeitig gilt: Es darf nicht nur um Zahlen gehen. Jede Kürzung hat konkrete Auswirkungen auf junge Menschen und ihre Lebensrealität. Sozialpolitik muss sich daran messen lassen, ob sie das Leben der Menschen verbessert – insbesondere das von Kindern und Jugendlichen. Dieser Anspruch ist nicht nur politischer Auftrag, sondern ein verbrieftes geltendes Recht.“

Mit diesen Bedenken ist die AWO Württemberg nicht allein - auch die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Baden Württemberg mahnt heute bei den Länderchefs an, dass eine Einsparung heute viel höhere Kosten in der Zukunft bedeutet.

Zur Analyse: https://awo.org/wp-content/uploads/

 
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